Zu einer ersten Auflage des Sommerbiwaks der Technischen Einsatzleitung Hannover (TEL Hannover) konnte ihr Leiter Benjamin Moß im Mai zahlreiche Gäste im Haus der Region begrüßen.
Moß betonte, dass mit dieser Veranstaltung alle am Bevölkerungsschutz Beteiligte und Interessierte zusammengebracht werden sollen. Im lockeren Austausch und bei guten und informativen Gesprächen soll das Netzwerk im Zivil- und Katastrophenschutz ausgebaut werden.
Im Bericht zu seiner bisherigen Tätigkeit erklärte Moß, dass die TEL Hannover derzeit aus 145 Mitglieder besteht. Sein Ziel sei es hierbei, eine „bunte TEL“ zu erhalten, das heißt Mitglieder aus allen Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS), der Verwaltung und Katastrophenschutzhelfende.
Seit dem 01.01.2025 wurden bereits 51 Ausbildungsdienste mit zusammen 6.500 Dienststunden absolviert.
Neben der Ausbildung sind diverse Arbeitsgruppen mit verschiedenen Themen beschäftigt. So beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe mit dem Thema Aufbauplätze der TEL Hannover. Hierbei sollen in den nächsten Monaten im gesamten Regionsgebiet mögliche Aufbauplätze für die TEL Hannover nach den neuen Bedürfnissen, u. a. der neuen Fahrzeuge, erkundet und kartiert werden.
Moß betonte, dass er im Rahmen seiner Verantwortung als Leiter der TEL neben der Vernetzung und der Vorbereitung auf etwaige Katastrophen die Zivil-Militärische-Zusammenarbeit sieht.
Zivil- und Katastrophenschutz umfasst nicht nur Schäden durch Naturereignisse und unvorhergesehene Unglücke durch menschliches Versagen, sondern auch veränderte Bedrohungslagen für die Bundesrepublik sowohl aus dem Inneren als auch von äußeren Aggressoren gegen unser aller Sicherheit.
Ausdrücklichen Dank richtete er an seine Vertreter Thomas Och und Sebastian Brock, die in ihrer Zusammensetzung Rettung – Technik – Brandbekämpfung vereinen und damit das Motto der TEL Hannover mit Leben füllen.
Regionspräsident Steffen Krach erinnerte noch einmal an dem letzten großen Einsätze der TEL Hannover in der nahen Vergangenheit, wie Weihnachtshochwasser 2023/2024, Flüchtlingskrise, Aufbau eines Notfallkrankenhauses und Impfzentrums.
Aber auch die steigende Bedrohungslage durch Klimawandel und Krieg in Europa fordert sowohl die Haupt- als auch Ehrenamtlichen, an den Herausforderungen zu arbeiten. So wurden auch die Teams in der Region verstärkt.
Im Anschluss wurden durch den Regionspräsidenten 30 Angehörige der TEL Hannover mit der Hochwasserehrennadel des Landes Niedersachsen ausgezeichnet.
Ein besonderer Gast des Sommerbiwak war Branddirektor Hanko Thies vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung (MI).
Er hielt einen Impulsvortrag zu dem Thema „Katastrophenschutz heute und in der Zukunft“.
Am Beispiel seiner eigenen Sozialisation bei der Feuerwehr und dem Kontakt mit dem Katastrophenschutz reflektierte er die Wandlungen in Aufstellung und Aufgaben des Katastrophenschutzes zur Zeit des kalten Krieges, der Wiedervereinigung mit dem Glauben an einen dauerhaften Frieden und den fast vollständigen Ab- und Rückbau und der heutigen Situation.
Neben Material, Fähigkeiten und Ausstattung der einzelnen Professionen spielt auch immer wieder die personelle Ausstattung eine Rolle. Gerade in diesem Zusammenhang berührte Thies auch das Thema Wehrpflicht.
Aber auch die veränderten Organisationsformen führte Thies am Beispiel der Verlagerung von Zuständigkeiten von den Polizeidirektionen zu dem Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) an.
Im Vergleich mit unseren europäischen Nachbarländern beleuchtete Thies ferner den Bereich der Waldbrandbekämpfung, erinnerte aber auch an die Verantwortung der Kommunen vor Ort unter anderem mit dem Benennen von „Leuchtturmstützpunkten“.
Zum Ende nahm Thies aber auch die Bevölkerung in die Pflicht, eigenverantwortlich zu handeln und verwies dabei auch auf die Handlungsanleitungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
Für seinen sehr interessanten und humorvollen Vortrag erhielt Thies großen Beifall und von vom Leiter TEL, Benjamin Moß, eine „Notration“.
Moß bedankte sich bei den zahlreichen Gästen aus Politik, den Städten und Gemeinden der Region Hannover, der Verwaltung und den verschiedenen Hilfsorganisationen für ihr Erscheinen. So waren neben dem Regionspräsidenten Steffen Krach und der Regionsrätin Christine Karasch auch Regionsabgeordnete, etliche Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern, Vertreter und Ordnungsamtsleitende der Einladung gefolgt.
Im Anschluss gab es einen kleinen Imbiss und Getränke im Innenhof des Regionsgebäudes. Zahlreiche Sitzecken und Stehtische luden zu Gesprächen und Fachdiskussionen ein.
Im Nachgang zu der Veranstaltung konnten sich die Organisatoren über durchgängig positive und lobende Rückmeldungen freuen.
Im nächsten Jahr wird das Sommerbiwak dann unter dem Zeichen des 40jährigen Bestehens der Technischen Einsatzleitung Hannover stehen.
JK, Fotos: TEL Hannover